GRAF eröffnet in Neuried vierten Standort in der Region

Regenwasserspezialist spart künftig 2000 Lkw-Fahrten

Der Spezialist für Umweltprodukte GRAF hat am Montag, 18. Juli, sein Werk in Neuried (Ortenaukreis) eröffnet. Das südbadische Familienunternehmen produziert hier unter anderem Großtanks zum Speichern von Regenwasser und reagiert damit auf eine stark steigende Nachfrage, die nicht zuletzt durch die Zunahme von Hitzeperioden wie in diesen Tagen immer weiter angetrieben wird. In der Produktionsanlage und dem ebenfalls neuen Logistikzentrum werden zukünftig rund 80 Menschen beschäftigt sein. Neuried ist der vierte Standort des Familienunternehmens in der Region und liegt verkehrsgünstig zwischen dem Stammsitz in Teningen, dem Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim, in dem das Unternehmen Recyclingkunststoffe für die eigene Produktion aufbereitet, und dem Werk in Dachstein (Elsass). Dadurch kann GRAF nach eigenen Schätzungen mehr als 2000 Lkw-Fahrten pro Jahr einsparen.

„Wir sind sehr froh, dass wir an unserem neuen Standort in der Region nun richtig loslegen können. Wir haben uns sehr dafür eingesetzt, dass wir auf dieser Linie zwischen unseren Standorten bleiben konnten. Das hilft uns nun auch, unseren Beitrag für weniger CO2-Emissionen zu leisten“, sagte Otto P. Graf, Geschäftsführer des Unternehmens, bei der Eröffnung im neuen Werk, dessen Entstehen der weltweit wachsenden Nachfrage für Klimaschutzlösungen Rechnung trägt. Gerade in Sommern wie diesem, in dem nicht nur in unserer Region, sondern auch europaweit anhaltende Hitzewellen für Dürre und sinkende Grundwasserspiegel sorgen und mancherorts bereits das Leitungswasser rationiert wird, können GRAF Produkte einen wichtigen Teil zur Lösung beitragen. „Der Wert von aufgefangenem Regenwasser wird auch in den kommenden Jahren immer weiter steigen – sowohl für den Umwelt- und Klimaschutz im Allgemeinen, als auch finanziell für unsere Endkunden“, gab sich Otto P. Graf sicher und für die Zukunft optimistisch: „Wir werden mit unseren hoch modern ausgestatteten Standorten auch weiterhin in der Lage sein, an neuen Klimaschutzideen zu feilen und Innovationen auf den Weg zu bringen.“ Der Umsatz der Gruppe erreichte 2021 die Marke von 150 Millionen Euro und lag damit um 25 Prozent über dem Wert von 2019. Die Zahl der Mitarbeiter stieg zuletzt auf 650.

Das kontinuierliche Wachstum, auch in den Jahren der Corona-Pandemie, ließ die bestehenden Werke an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. „Wir sind sehr glücklich, dass wir nun mit GRAF eine große Fläche in unserem Gewerbepark belegen können“, sagte Josef Lieb, Geschäftsführer des Zweckverbands Ba-Sic Kehl Neuried. Zumal es ein nachhaltiges Unternehmen aus der Region sei. „Besonders, wenn man jetzt hier drinnen auch sieht, mit welcher Innovationskraft das Unternehmen am Werk ist“, so Lieb.

Das neue Werk, für das GRAF ≈ 30 Millionen Euro in die Hand genommen hat, befindet sich im Gewerbepark BA-SIC Kehl-Neuried und hat eine Fläche von 10 ha. Davon besteht ein Fünftel aus Grünflächen. Die Hallen sind mit insgesamt 38.500 m² das größte Gebäude der Gemeinde. Hier werden Großtanks zur nachhaltigen Regenwassernutzung, Regenwasserrückhaltung oder Löschwasserbevorratung produziert. Die Kunststofftanks haben ein Fassungsvermögen von bis zu 122.000 l und sind ressourcenschonend hergestellt.

Der europäische Marktführer bezieht inzwischen mehr als 70 Prozent seiner benötigten Rohstoffmenge aus Recyclingrohstoffen, einen Großteil davon aus eigener Herstellung im Kompetenzzentrum Rohstoffe in Herbolzheim, in dem herkömmlicher Plastikmüll aus Haushalten wieder aufbereitet wird. „In dem wir daraus neue Umweltlösungen herstellen, schaffen wir einen doppelten Beitrag für mehr Nachhaltigkeit“, erläuterte Otto P. Graf seinen Gästen aus Wirtschaft und Politik. Aus kurzlebigen Verpackungen würden so langlebige Umweltprodukte. Zudem entstehen in Neuried zukünftig auch stromlose Kläranlagen, die GRAF für den französischen Markt entwickelt hat. Das neue, direkt angeschlossene Logistikzentrum dient als Zentrallager für die Produktion von GRAF in der Region.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehen aber nicht nur bei den GRAF Produkten im Fokus, sondern waren auch bei der Planung des neuen Standorts ein zentrales Anliegen. Die Gebäude sind aufwendig gedämmt, die Fassaden begrünt und im gesamten Werk wird Wärme zurückgewonnen. Toiletten und Gebäudereinigung nutzen das Regenwasser, überschüssige Niederschläge werden vollständig auf dem Grundstück versickert. Die neuartige Maschinentechnik in der Produktion hat GRAF mit dem Hersteller maßgeblich mitentwickelt. Sie spart 90 Prozent der Energie gegenüber bisherigen Techniken und Standards ein. Für nachhaltige Energie soll ab Herbst zudem eine Photovoltaikanlage am Standort sorgen, ein Projekt zur Nutzung von Strom und Gas aus der benachbarten Biogasanlage läuft bereits. Für die Herstellung der Großtanks wird derzeit noch Gas verwendet. Ab 2023 wird dieses teilweise durch den eigenen Strom ersetzt.

Und auch die Mitarbeiter profitieren von höchsten Umweltstandards: Schallschutzdecken reduzieren die Geräuschkulisse in der Fabrik und ermöglichen so eine gute Arbeitsatmosphäre. Die Werkshalle bietet zudem selbst im Hochsommer eine angenehme Temperatur, ohne dass sie aufwendig gekühlt werden müsste – eine ausgeklügelte Steuerung erlaubt es dem Gebäude, über Nacht auszukühlen.

Für den Standort sucht das Unternehmen noch neue Kolleginnen und Kollegen. Detaillierte Infos zu den offenen Stellen finden Interessenten auf der Internetseite www.graf.info/jobs.

Feierten die Eröffnung des neuen GRAF Werks in Neuried (von links): Peter Heuken (Gemeinderat Neuried), Fiona Härtel (Wirtschaftsförderung Kehl), Otto P. Graf (Geschäftsführer GRAF), Josef Lieb (Geschäftsführer Gewerbepark BA-SIC), Heike Becker (Gebietsreferentin für Raumordnung in der Abteilung 2 im Regierungspräsidium Freiburg), Jochen Strosack (Ortsvorsteher Neuried-Altenheim), Jörg Armbruster (ehemaliger Geschäftsführer Gewerbepark BA-SIC)